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Kinderarmut abschaffen - jetzt!

In Österreich sind mehr Kinder als Erwachsene akut von Armut gefährdet. Wir sprechen von jedem 5-ten Kind. Eine staatlich finanzierte Grundsicherung für alle Kinder könnte das Problem nachhaltig lösen. Um den Beweis dieser Behauptung anzutreten, hat die Volkshilfe ein ehrgeiziges Modellprojekt gestartet. ORF Thema begleitet eine Familie in Kärnten und der Steiermark seit dem Start des Projekts. Nach den ersten sechs Monaten zeigt sich - die Idee Kindergrundsicherung funktioniert.

Das Modellprojekt

Die Volkshilfe unterstützt armutsbetroffene Kinder in Österreich zwei Jahre lang mit der von ihr geforderten Kindergrundsicherung. Im Schnitt erhalten die Familien im Projekt 320 Euro pro Kind – gestaffelt nach Haushaltseinkommen. Diese Unterstützung finanziert sich zu 100 Prozent aus Spenden.  

Der Projektfortschritt

Ein halbes Jahr nach Start des Modellprojekts haben wir in jedem Bundesland eine Familie aufgenommen. Insgesamt sind es 24 Kinder, die finanziell unterstützt und sozialarbeiterisch begleitet werden. Das jüngste Kind im Projekt ist 1 Jahr, das älteste 16 Jahre alt. Die Auswahl der Familien basierte vor allem auf Faktoren, die häufig zu Kinderarmut führen: so haben wir 6 alleinerziehende Mütter und 2 alleinerziehende Väter im Projekt. Erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitstudie werden im Oktober publiziert werden.

 

Geschichten aus dem Kinderzukunftsrat

Die Kinder im Modellprojekt formulieren ihre Bedürfnisse selbst, um dann in einem zweiten Schritt die eigenen Ziele gemeinsam mit der ganzen Familie zu besprechen. Wir nennen das den Kinderzukunftsrat. Und wir sehen dabei, dass Kinder alles andere als Luxus im Kopf haben: Sie sagen zum Beispiel, dass es ihnen helfen würde, wenn sie sich sicher sein könnten, dass die Miete jeden Monat bezahlt werden kann, damit sie nicht die Sorge haben müssen, die Wohnung zu verlieren. Oft hören wir von den Kindern, dass es an angemessener Kleidung fehlt und es für sie eine ganz besondere Freude ist, wenn sie sich einmal ihre Kleidung selbst aussuchen dürfen. Auch für schulbezogene Veranstaltungen, Kleidung für den Turnunterricht oder einen Laptop für Hausaufgaben fehlt oft das Geld.

Entwicklung der SILC-Zahlen

Dass die Kindergrundsicherung eine politische Forderung bleiben muss, zeigt sich auch den aktuellen Zahlen der EU zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC). Dort sehn wir einen deutlichen Anstieg bei der Kinderarmut. Insgesamt sind 8.000 Kinder und Jugendliche mehr armutsgefährdet als im Jahr davor.

 

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